Herbsttanz

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Als die Blätter sich färben von unsichtbarer Hand bemalt im schönsten rot und gelb, sah ich den Sturm von weitem kommen

Eine dunkle Nebelfront

Die Zeit des Sterbens bricht an

Noch ist der Himmel blau

Licht spielt mit den Schatten

Zwei Liebende am Anfang des Herbstes

Zwei Fremde halten sich in den Armen

 

Der Wind streicht sanft über mein Haar

Ein Wort, ein Atemhauch voll Sinnlichkeit lässt die Erde erzittern

Frost schleicht sich in den Boden, greift mit kalten Krallen nach den Wurzeln, erstarrt

Nebel hüllt alles ein. Ein Schleier umwebt sanft den Wald

Zwei Liebende in der Mitte des Herbstes

Zwei Fremde gehen Hand in Hand. Erinnerungen verblassen – wer bist du?

 

Sehnsüchtige Blicke

Als der Sturm hereinbricht hält die Dunkelheit Einzug

Äste krachen zu Boden

Bäume stöhnen, werfen ihre Last weg

Blätter in gespannter Erwartung sind bereit, wirbeln in der Luft vereinigt zum Tanz der Herbstnacht

Ein Lachen stimmt ein in die Melodie. Nacht der Entscheidung

Zwei Liebende am Ende des Herbstes

Zwei Fremde stehen nebeneinander

 

Der Morgen bricht an

Müde sinken die Blätter zu Boden, werden zu Laub für spielende Kinder

Entblößte Bäume, nackt, fast gespenstisch

Braune Pracht auf Erden

Kälte frisst sich in alles was lebt, will den Tod verkünden

Ist doch nur Vorbote neuen Lebens

Zwei Liebende am Beginn des Winters

Zwei Menschen schauen sich an

Stehen vor der Entscheidung

Zwei Wege

 

Der Winter hat sich für den Frühling entschieden

Meike K.- Fehrmann