Meine schlechteste Kurzgeschichte extra für euch! – „Tom sein großer Tag“ (für Infinitiv-Liebhaber….)

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Bald findet wieder die Villacher Nacht der schlechten Texte statt. Bei diesem besonderen Literaturwettbewerb werden Autoren aufgefordert die schlechteste Kurzgeschichte zu schreiben, die überhaupt möglich ist. Ich habe mich darum besonders ins Zeug gelegt und eine Geschichte geschrieben, die so schlecht ist, dass ich es selbst kaum aushalte. Ihr solltet euch beim Lesen am besten die Augen zuhalten!

Dann kam Tom sein großer Tag. Ihm seine Schwester sagte: Heute ist Tom sein großer Tag.

Wieso? sagte Tom, dem sein großer Tag war.

Tut in deinem Horoskop stehen, sagte Tom seine Schwester.

Gut, dann tu ich was Großes machen, sagte Tom, dem sein großer Tag war. Dann überlegte Tom, dem sein großer Tag war, was groß war.

Ein Buch lesen, sagte er, das tu ich sonst nie machen. Dann tat er ein Buch nehmen, tat es aufschlagen und tat lesen. Aber da Tom, dem sein großer Tag war, nicht so gut lesen konnte, tat er sich damit begnügen, die Bilder anzugucken. Nun tat das Buch aber leider nicht viele Bilder haben, aber weil Tom sein großer Tag war, an dem er etwas Großes tun wollte, tat er beschließen, nachdem er alle Bilder einmal angeschaut hatte, einfach noch einmal von vorne anzufangen.

Dann sagte ihm seine Schwester: Und? Tust du schon was vom großen Tag merken?

Dann sagte Tom, dem sein großer Tag war: Nein. Aber der Tag tut ja noch lang sein.

Er tat gähnen und ihm seine Schwester tat auch gähnen, weil Buchlesen sehr anstrengen tut und nicht lesen noch viel mehr anstrengen tut.

Dann sagte ihm seine Schwester: Tom, wie lange tust du noch lesen? Tust du schon was merken?

Dann sagte Tom: Nein, aber ich tue weiter lesen, denn heute tut mein großer Tag sein. Und so tat er sich die Bilder zum dritten Mal anschauen.

Was ist auf den Bildern? sagte dann ihm seine Schwester.

Das tust du nicht verstehen, sagte dann Tom, dem sein großer Tag war.

Zeig mal, sagte Tom seine Schwester, aber Tom, dem sein großer Tag war, tat das Buch zuschlagen, denn er dachte sich, schließlich tut heute mein großer Tag sein, was soll ich da meiner Schwester die Bilder zeigen.

Tom seine Schwester tat ihre Unterlippe vorschieben und tat schmollen.

Dann tat Tom, dem sein großer Tag war, denken: das muss kein Nachteil sein, dann tut sie immerhin aufhören zu reden und mich zu stören, wo doch heute mein großer Tag ist. Dann tat sich Tom, dem sein großer Tag war, entscheiden, die Bilder alle noch einmal anzuschauen.

Sie werden nicht besser, dachte Tom, dem sein großer Tag war, dann.

Dann sagte seine Schwester: wie viele Bilder sind da?

Dann sagte Tom: Tut dich nichts angehen.

Als Tom, dem sein großer Tag war, die Bilder zum fünftenmal tat anschauen, taten ihm plötzlich Zweifel kommen und dann sagte er: Vielleicht ist Buchlesen doch nichts Großes.

Tom seine Schwester tat ihre Arme verschränken und sagte dann: Buchlesen ist was Großes.

Tom, dem sein großer Tag war, sagte: Wieso sollte es?

Seine Schwester sagte dann: Weil du es nicht kannst.

Ich tu aber die Bilder anschauen, sagte Tom, dem sein großer Tag war, dann.

Na und, das kann jeder, sagte Tom seine Schwester.

Nein, du nicht, sagte dann Tom, dem sein großer Tag war und tat das Buch wieder zuschlagen.

Tom seine Schwester tat die Unterlippe vorschieben und tat schmollen.

Tom, dem sein großer Tag war, schloss die Augen und tat sich vorstellen, wie die Bilder ausgesehen hatten.

Das ist schwer, dachte Tom, dem sein großer Tag war, dann: Buchlesen ist sehr schwer und die Bilder in Büchern tun darum auch sehr schwer sein.

Dann tat er das Buch wieder aufschlagen und auch beim sechstenmal tat er kein großes Gefühl dabei bekommen. Komisch, dachte Tom, dem sein großer Tag war, dann: Die Dichter tun doch groß sein und die Autoren tun groß sein, tun große Portemonnaies haben. Warum tue ich mich nicht groß fühlen?

Tust du nichts merken, fragte dann ihm seine Schwester.

Tom, dem sein großer Tag war, tat den Kopf schütteln.

Tom seine Schwester sagte dann: aber das Horoskop tut nicht lügen.

Tom, dem sein großer Tag war, schüttelte den Kopf und tat noch einmal von vorne anfangen. Sieben, acht, neun Mal tat er sich die Bilder der Reihe nach anschauen.

Es tut nichts passieren, sagte Tom.

Tu es mal von hinten probieren, sagte dann ihm seine Schwester.

Gut, sagte dann Tom, dem sein großer Tag war, wieso nicht. Dann tat er das Buch von hinten nach vorne durchblättern.

Dann fragte ihm seine Schwester: Tut es besser werden?

Nein, sagte Tom, dem sein großer Tag war und allmählich tat er ärgerlich werden.

Vielleicht tust du das Buch verkehrt herum lesen, sagte dann ihm seine Schwester.

Tu mir nicht sagen, was ich tun soll, sagte dann Tom, dem sein großer Tag war, ärgerlich. Tom, dem sein großer Tag war, tat das Buch umdrehen. Vielleicht tut sie Recht haben.

Tom seine Schwester sagte: Wir sollten es zusammen tun. Zeig mal.

Dann schlug Tom, dem sein großer Tag war, das Buch zu. Nein, sagte er, heute tut mein großer Tag sein, da tu ich lesen.

Tom seine Schwester tat die Unterlippe vorschieben und tat schmollen.

Beim fünfundzwanzigsten Mal tat Tom, dem sein großer Tag war, etwas merken. Es tat etwas stechen in der linken Seite. Jetzt tut das Große anfangen, dachte Tom, dem sein großer Tag war.

Merkst du was, sagte dann Tom seine Schwester, als sie ihm seinen Gesichtsausdruck sah.

Ja, sagte Tom, dem sein großer Tag war, dann.

Dann sagte Tom seine Schwester: tu weiter machen. Vielleicht tut es noch größer werden.

Tom, dem sein großer Tag war, tat nicken.

Ich will auch was Großes tun, sagte dann ihm seine Schwester. Tu mich auch gucken lassen. Und dann tat sie versuchen, Tom, dem sein großer Tag war, das Buch wegzureißen.

Nein, sagte Tom, dem sein großer Tag war, und tat seiner Schwester ins Gesicht schlagen.

Ihm seine Schwester tat die Unterlippe vorschieben und tat schmollen.

Langsam tat Tom merken, dass das Große für ihn vielleicht etwas zu groß war. Aber weil Tom, dem sein großer Tag war, jetzt nicht aufgeben wollte, tat er tapfer von vorne anfangen. Dreißig, einunddreißig, zweiunddreißig, hätte Tom gezählt, wenn er so weit hätte zählen können. Dann taten die Schmerzen in Tom seiner linken Hälfte zunehmen.

Was ist? sagte dann ihm seine Schwester.

Tom, dem sein großer Tag war, tat keuchen: die Bilder tun zu groß sein.

Die Bilder tun klein sein, sagte dann Tom seine Schwester und tat zu ihm rüber schielen.

Das tust du nicht verstehen, wimmerte Tom, dem sein großer Tag war und tat das Buch zuschlagen.

Tom seine Schwester tat die Unterlippe vorschieben und tat schmollen.

Dann tat Tom sein Herz stehen bleiben.

Vor langer Weile, wie später der Arzt tat feststellen.

Das Buch tat auf den Boden fallen und dann tat ihm seine Schwester das Buch aufheben, tat es aufschlagen, denn vielleicht tut heute auch mir mein großer Tag sein, tat sie denken, man kann nie wissen. Und weil Tom seine Schwester etwas besser lesen konnte als Tom, dem sein großer Tag vorbei war, tat sie lesen: T-e-l-e-f-o-n-b-u-c-h.