Sylvia Plath – Der Blick in die Seele einer Selbstmörderin

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(Foto: Corbis, Spiegel.de)

Sylvia Plath, eine amerikanische Autorin, habe ich zufällig vor einigen Jahren für mich entdeckt. Gestoßen bin ich auf sie durch einen dieser Facebook-Psychotests „Welcher Autor sind Sie?“, die ich manchmal aus Langeweile mache. Wer hätte gedacht, dass ein solcher Test dazu führen kann, Weltliteratur zu entdecken? Bis zu diesem Test hatte ich tatsächlich noch nie von ihr gehört. Sylvia wurde 1932 geboren und nahm sich leider schon mit 30 Jahren das Leben. Berühmt wurde sie vor allem durch ihre Gedichte, aber auch der Roman „Die Glasglocke“ gibt einem das seltene Erlebnis einem Menschen, der die Dunkelheit in sich kennt, in die Seele zu blicken. Das Buch erschien vier Wochen vor ihrem Tod und handelt von einer talentierten Schriftstellerin, die nach einem Selbstmordversuch in der Psychiatrie landet. Mir ging es mit dem Buch so wie mit dem Album MTV-unplugged in New York von Nirvana: Man spürt, dass da ein Mensch an der Schwelle steht. Etwas von sich preis gibt, eine letzte verzweifelte Botschaft überbringt. Im Februar hat sich Sylvia Plath Todestag wieder gejährt.

Zu ihrem Gedenken hier ein Gedicht von ihr (leider nur englisch) vorgelesen auf youtube und zum selber lesen:

https://www.youtube.com/watch?v=40YhWMZ60G0

Mad Girl’s Love Song

„I shut my eyes and all the world drops dead;
I lift my lids and all is born again.
(I think I made you up inside my head.)

The stars go waltzing out in blue and red,
And arbitrary blackness gallops in:
I shut my eyes and all the world drops dead.

I dreamed that you bewitched me into bed
And sung me moon-struck, kissed me quite insane.
(I think I made you up inside my head.)

God topples from the sky, hell’s fires fade:
Exit seraphim and Satan’s men:
I shut my eyes and all the world drops dead.

I fancied you’d return the way you said,
But I grow old and I forget your name.
(I think I made you up inside my head.)

I should have loved a thunderbird instead;
At least when spring comes they roar back again.
I shut my eyes and all the world drops dead.
(I think I made you up inside my head.)“

Sylvia Plath

Wer sich näher für die Lebensgeschichte der viel zu früh verstorbenen Frau interessiert, dem empfehle ich den Nachruf im Spiegel zum 50. Todestag: http://www.spiegel.de/einestages/selbstmord-der-schriftstellerin-sylvia-plath-a-951032.html

Meike K.- Fehrmann