Buchtipp: Im Schatten der Hexen – Ein mystischer Harz-Krimi

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Die Zugverbindungen kamen durch Sturm Niklas zum Erliegen und so kann ich nicht wie geplant vom Harz zurück in den Chiemgau fahren. Extra Zeit, um ein bisschen zu schmökern und der hiesigen Buchhandlung einen Besuch abzustatten. Während es draußen noch immer schneit und die Landschaft eher an Weihnachten als an Ostern erinnert, möchte ich euch einen Harz-Krimi vorstellen, den ich in Bad Sachsa zufällig entdeckt habe: Kathrin R. Hotowetz „Im Schatten der Hexen“, Teil 1 von 4 „Hexenring“ – Ein mystischer Harz-Krimi.

Im Schatten der Hexen

Zum Inhalt: Gerda Hoffmann erzählt ihren Enkelkindern die Geschichte vom Hexenring, einem alten Märchen, das fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Sie selbst weiß darüber, weil sie in einem alten Haus im Harz sowie in den Klöstern der Region uralte Schriften entdeckt und viele Jahre gesammelt und zusammengefügt hat. Alle 333 Jahre wiederholen sich demnach unerklärliche schreckliche Ereignisse: Kinder verschwinden und tauchen nicht wieder auf. Diese alten Schriften lassen die Großmutter erahnen, dass sich erneut unheimliche Dinge in den Harzer Wäldern abspielen werden und das Märchen gar kein Märchen ist, sondern eine Prophezeiung. Dann passiert das Unfassbare: 1999 verschwinden in Bad Harzburg und Goslar erneut mehrere Kinder auf geheimnisvolle Weise. Obwohl die Polizei sofort mit ihren Ermittlungen beginnt, tappen die Beamten vollkommen im Dunkeln. Merkwürdige Schriftzeichen werden in der Nähe der Orte gefungen, in denen die Kinder zuletzt gesehen wurden. Kann das Verschwinden der Kinder mit den Hexen des Harzes zusammenhängen, die zurückgekehrt sind? Oder handelt es sich um ein Verbrechen, das von Menschen verübt wurde unter dem Deckmantel der Mythen, die sich um die dunklen Harzer Wälder ranken?

Interessant ist das Buch auch, weil es aus verschiedenen Erzählperspektiven geschrieben ist. Teile sind als historischer Roman verfasst (1666/67), andere drehen sich um den ermittelnden Kommissar Joachim Breitner, der 1999 mit seinen Kollegen nach den verschwundenen Kindern sucht, wieder andere um die 300 Jahre alte Fichte, die auf einem Plateau die Jahre überdauert hat, um nun ihre Bestimmung zu erfüllen.

Erschienen ist das Buch im Eigenverlag von K. Hotowetz „Geistmühle“. Auch wenn man im Text den einen oder anderen kleinen Rechtschreib- und Grammatikfehler finden kann, so zeigt sich doch, dass auch abseits der Mainstream-Literatur der großen Verlage, Perlen der Literatur darauf warten, entdeckt zu werden. Dieses Buch gehört ganz sicher dazu!

Das Buch wurde mit dem Literaturpreis „Harzbuch 2012“ ausgezeichnet.