Hannah und Opa Hannes

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Da haben sich zwei Seelen gefunden, die sich vielleicht schon immer kannten, irgendwo im Universum, bevor sie hier in diese Welt geboren wurden in unterschiedlichen Generationen: Hannah und Hannes. Enkeltochter und Großvater. Der erste Wimpernschlag, schon war es um die beiden geschehen: Liebe auf den ersten Blick.
Opa Hannes fütterte sie mit seinem Lieblingsgriesbrei, als sie noch kaum selbst sitzen konnte, trocknete ihre Zornestränen, wenn etwas nicht nach ihrem Willen lief. Am Telefon werden endlos lange Geschichten vorgelesen und mir kommen immer wieder die ersten Zeilen aus dem kleinen Häwelmann und das Bild von Else Wenz-Vietor in Erinnerung, wenn ich die beiden beobachte:

Auf meinem Schoße sitzet nun
und ruht der kleine Mann.
Mich schauen aus der Dämmerung
die zarten Augen an.

Er spielt nicht mehr, er ist bei mir,
will nirgend anders sein.
Die kleine Seele tritt heraus
und will zu mir herein.

Nun ist Hannah älter geworden. Opa Hannes hilft ihr beim Lesen üben, beim Klettern in der Sächsischen Schweiz. Schenkt ihr einen rosa Haarreifen mit weißen Rosen und ein Eis.

Und Hannah? Was schenkt sie ihm? Viele selbstgemalte Bilder und die erste Geschichte, die sie selbst geschrieben hat. Sechs Seiten nur für Opa Hannes über eine lustige Zugfahrt. Doch vor allem schenkt sie ihm die Sonne. Dieses Strahlen, das sie in seine Augen zaubert, das bis in sein Herz reicht und ihn jung hält.

Welch großes Geschenk, wenn Großvater und Enkeltochter einander lieb haben und sich gegenseitig reich machen!

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