Frieda wird von Hauptkommissar Georg Maindl verhört (Auszug aus „Frieda – Ein Demenz-Krimi“)

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Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Das Zimmer war lichtdurchflutet und Maindl ging an der geöffneten Badezimmertür vorbei. Frieda Stern saß auf ihrem Bett. Sie versuchte aufzustehen, als sie den fremden Mann in ihrem Zimmer erblickte, hatte aber Mühe damit, weil das Bett viel zu hoch war. „Frau Stern, bleiben Sie ruhig sitzen“, sagte Maindl und lächelte sie vertrauenerweckend an, „mein Name ist Maindl Georg, i bin von da Polizei.“ „Oh, von der Polizei“, sagte die alte Dame überrascht und griff nach der langen Perlenkette, die sie um den Hals trug, „das freut mich aber. Habe ich etwas angestellt?“ Dabei blinzelte sie Maindl schalkhaft zu. „I glab ned“, sagte Maindl, „oder was meinen Sie?“ Frieda Stern begann an ihrem geblümten Kleid zu zupfen und rutschte nervös auf der Wolldecke hin und her. Sie sah den Hauptkommissar verunsichert an. Ihre langen grauen Haare trug sie zu einem Dutt hochgesteckt. Schließlich strich sie den Stoff ihres Rockes über…

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