Dunkles Verschlingen! – Mein schlechtester Text für euch!

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Für die Villacher Nacht der schlechten Texte, möchte ich gerne einen Beitrag einreichen. Heute präsentiere ich euch meinen Entwurf und freue mich über Tipps, was ich noch schlechter machen kann!

Dunkles Verschlingen

SV108451

Die Karrierefrau wachte mitten in der Nacht von einem Geräusch auf. Der Vampir, der ihr Schlafzimmer betrat trug Handschellen am Gürtel.

Er fragte: „Bist du die Karrierefrau, die von einem echten Kerl so richtig rangenommen werden will?“

Sie öffnete die Tür und sagte: „Erstens: ja, die bin ich.“

Das hünenhafte erotische Wesen von 1 Meter 40 Körpergröße (mindestens!) flackerte sie lüstern an.

Er sagte: „Und ich bin der Vampir mit der erotischen Ausstrahlung.“

Er sah echt gut aus mit den kurzen Beinen und dem Fell. Als er sich über sie beugte, grinste er mit zahnlosem Mund. Es wäre ja auch unrealistisch, von einem mindestens 400 Jahre alten Wesen zu erwarten, dass er faltenfrei und mit ordentlichem Gebiss ausgestattet war, dachte die Karrierefrau. Sie ließ ihn unter ihre Decke schlüpfen, auch wenn er schlecht roch. Das lag wohl an den Friedhöfen, auf denen er sich immer rumtrieb. Aber bei einem echten Kerl durfte man nicht mäkelig sein. Das war eben männlich.

Auch wenn sich die Karrierefrau mit Fesselspielen nicht auskannte, war sie doch überrascht, als er die Handschellen über das eine seiner spitzen großen Ohren hing und sie vor ihren Augen hin und her baumelten. Sie hatte sich das anders vorgestellt, wollte aber dem echten Kerl gegenüber nicht zu fordernd auftreten. Man weiß ja, wie es um die Manneskraft der echten Kerle bestellt ist, wenn frau anfängt zu kritisieren. Als sie über seinen Rücken streichelte, fühlte sich das Fell sehr gut an und sie musste zärtlich an den Dackel ihrer Großeltern denken, den sie nie leiden mochte. Er hatte so viele Zecken und hieß Waldemar. Sie nannte ihn immer Waldi. Aber jetzt erregte es sie und sie spürte ein sanftes Kribbeln im Bauch, so als hätte sie ein Hornissennest verschluckt.

Ihr Großvater hatte damals die SPD gewählt. Die Partei, die für Harz IV und die Kinderarmut in Deutschland verantwortlich ist. Das hatte sie ihm nie verziehen.

Der Vampir mit der erotischen Ausstrahlung war etwas wortkarg und wälzte sich unbeholfen von einer Betthälfte in die andere.

„Wie heißt du?“, wollte die Karrierefrau von dem fetten erotischen Wesen mit dem doppelten Sixpack am Bauch wissen. „Ich heiße Fipsi“, brüllte er sinnlich in ihr Ohr.

„Du siehst aus wie Edward von Twilight“, antwortete sie ohne Zweifel.

„Ich seh nicht nur so aus“, fuhr das erotische Wesen fort, „ich bin es.“

„Ohhhh“, sagte die Karrierefrau mit blitzenden matten Augen.

„Ich muss dir jetzt in Hintern versohlen“, fügte er hinzu.

„Warum?“, wollte die Karrierefrau wissen.

„Das machen echte Kerle so.“

„Ach so, na gut“, sagte die Karrierefrau, „dann muss das wohl so sein. Brauchen ich die Handschellen dafür?“

Verwundert sah er sie aus seinen schwarzen leuchtenden Augen an. „Wozu soll das gut sein?“

„Ich habe das in einem Buch gelesen.“

„Gut“, sagte er und nahm sich die Handschellen vom Ohr. „Darf ich das Buch mal sehen?“ Interessiert las er die nächsten vier Stunden kurz darin.

Sie fesselte sich in der Zwischenzeit selbst und drehte sich um. Seine niedlichen Flossenhände klatschten auf ihren Po.

„Ich kann auch noch fester“, sagte das erotische Wesen.

Die Karrierefrau, die kaum etwas gemerkt hatte sagte: „Du machst das sooooo toll! Mir wird schon gaaaaaanz heiß! Mach weiter, Fiiiiiipsiiiiii!“

„O.k.“, sagte der ganze Kerl.

Die Karrierefrau musste zur Arbeit beim Supermarkt gleich nebenan. Sie räumte dort die Regale ein und war froh, dass sie unter so guten Arbeitsbedingungen und sogar zum Mindestlohn arbeiten durfte. Sie war ihr eigener Chef. Sie musste sich lediglich nach den genauen Anweisungen ihrer Vorgesetzten richten und nach dem, was ihre Kolleginnen ihr auftrugen. Abgesehen von der Kamera im Pausenraum war sie völlig unabhängig in ihrem Tun. Mit der Straßenbahn waren es nur drei Stationen. Weil sie nicht wusste, wie die Handschellen mit dem Klickverschluss aufgingen, ließ sie sie einfach an. Das fiel niemandem im Discounter auf.

Nebenan versuchte ein einfühlsamer Islamisten zum Briefkasten zu gehen. Er hieß Said und seine Brüder Salim, Safi und Saidi lebten mit ihm zusammen gleich gegenüber von der Karrierefrau und Fipsi, die inzwischen verlobt waren. Er hatte für diesen Tag große Pläne. Salim hatte ihm im Auftrag von Safi mitgeteilt, dass Saidi selbst die wichtige Aufgabe nicht ausführen konnte, auch wenn das eigentlich Salims Sache gewesen wäre. Aber Said war das egal. Für Saidi würde er alles tun. Für Salim nicht unbedingt, denn Safi und Saidi hatten Streit mit Salim gehabt. Es war eine Sache, die Said nichts anging, auch wenn er direkt betroffen war. Aber wie gesagt: Für Safi würde Said alles tun und für Salim auch. Und der Plan war sowieso einfach und vollkommen ungefährlich, also war es egal, welcher der Brüder diese kleine Aufgabe erfüllte. Zuerst würde er den Brief einwerfen und danach seine Laserschwertsammlung polieren. Er freute sich darauf mit Meister Propper die Laserstrahlen auf Hochglanz zu bringen.

In dem kleinen zierlichen Umschlag war eine Briefbombe versteckt. Sie bestand aus 2 kg Sprengstoff und einem Zeitzünder. Der einfühlsame Islamist wollte sie an Angela Merkel in Bonn schicken. Weil er die Privatadresse von Frau Merkel nicht wusste, schrieb er nur ihren Namen und die Anschrift des Reichtags in Bonn drauf. Das würde auch reichen. Außerdem wollte er Frau Merkel nicht ernsthaft verletzen, wenn sie den Brief öffnete. Schließlich war er ein sanftmütiger friedliebender Mensch. Den Zeitzünder hatte er so eingestellt, dass die Bombe genau in 24 Stunden, also am Montagnachmittag explodieren würde. Die Post war ja immer auf die Minute genau zuverlässig. Da konnte also gar nichts schief gehen. Auf dem Weg zum Briefkasten musste Said an der alten Hauswand vom Nachbarhaus gegenüber vorbei, an der noch ein altes Wahlplakat der SPD hing. Der Partei, die für Hartz IV und die Kinderarmut in Deutschland verantwortlich ist. Said ließ den Brief in den schmalen Schlitz seines Briefkastens an der Gartenpforte gleiten. Astala vista Baby, brummte der feinfühlige Islamist sanft. Er atmete tief aus und freute sich wie ein altes Kalb, dass er sich nun seinen Laserschwertern und der Politur zuwenden konnte.