Naturlyrik und Biodiversität – Was geht´s Dich an?

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Das Thema Biodiversität (also die Vielfalt der Landschaften, Arten, Gene, Ökosysteme und ihre Interaktionen) wird leider häufig rein naturwissenschaftlich betrachtet. Die meisten wissen zwar inzwischen, dass von den Pflanzen- und Tierarten je nach Region 30-50% in Deutschland vom Aussterben bedroht sind. Doch was geht uns das als Schriftsteller und Autorinnen an? Sollen sich doch die Umweltschützer und Politiker darum kümmern.

Und doch… wäre es Goethe in den Sinn gekommen seine ganzen jahreszeitlichen Gedichte zwischen Asphalt und Hochhäusern zu schreiben? Hätte Rainer Maria Rilke seine wunderbare Naturlyrik zu Papier bringen können, wäre er hundert Jahre später geboren worden zwischen überdüngten Kuhweiden?

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„Die Natur allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler.“ (Goethe)

Die Natur als Inspiration für Literaten damals. Und heute? Vergeht mit der biologischen Vielfalt auch die literarische Vielfalt? Ich fürchte schon…

Natürlich gibt es auch hübsche Gedichte über Gänseblümchen und Löwenzahn, das will ich gar nicht bestreiten. Aber die Fülle in der Natur? Und damit das Wesen des Menschen, das sich auch immer in der Natur spiegelt? Das Leben an sich?

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Was meint ihr? Wie wird sich das Verschwinden der Arten, des genetischen Reichtums auf die Lyrik der zukünftigen Generationen auswirken? Verarmt unsere Kunst mit den Veränderungen in der Natur?