Mein Kampf mit der Drama-Princess

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Ich schreibe also an einer Novelle. Ihr erinnert euch an „Schweigeminute“ von Siegfried Lenz, „Die Marquise von O“ von Heinrich von Kleist, „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann oder „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm? Allesamt kleine Schwestern des Dramas. So bezeichnete Theodor Storm zumindest die Novelle: Als Schwester des Dramas. Ich nenne sie lieber: Drama-Princess.

Schon seit über zwei Jahren hatte ich diese Geschichte im Kopf. Eine dramatische Liebesgeschichte über einen Hochzeitsfotografen. Aber sie wollte nicht so recht ans Licht kommen. Bis ich im Sommerurlaub über die „Schweigeminute“ gestolpert bin. Ich habe mich mit der Novelle als Gattung etwas mehr befasst und plötzlich gemerkt: Ja, genau! Die Geschichte meines Hochzeitsfotografen ist eine Novelle! Und nun kämpfe ich schon seit einigen Wochen mit der kleinen Schwester des Dramas, die sehr sensibel überzeugt werden will, endlich auf meinem Bildschirm zu erscheinen. Sie möchte eine lineare Handlungsführung, ein unerhörtes nicht alltägliches Ereignis und ein Dingsymbol, das immer wieder auftaucht. Soweit so gut. Außerdem bevorzugt sie einen Wechsel zwischen stark raffenden Handlungsberichten und dem gezielten Einsatz szenischer Partien an den Höhe- und Wendepunkten. Am Ende bleibt die Zukunft der Figuren offen. Johann Wolfgang von Goethe bezeichnete die Novelle als „unauslotbaren Sinn-Raum“. Genau das schwebt mir vor. Und auch wenn mir der dialogische Charakter sehr entspricht, ich den zentralen Konflikt, um den es gehen soll, klar vor Augen habe, komme ich nicht so recht in den Flow.

Ich glaube, Dramas Schwester ist eine Sensibelchen… oder eine Zicke… Ich werde berichten!

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