Ein Reiseabenteuer, muskuläre Zwiegespräche und eine Weihnachtsgeschichte aus der Sicht des Stalls

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Chiemgau-Autoren lasen im Studio 16 – Ein Bericht von Dr. Reinhold Schneider

Es war wohl genau das richtige Wetter für einen Literaturabend im Format „Lesen nach Los“ am Montag, 25. November im Studio 16 in Traunstein. So konnte Michael Inneberger, Moderator des Abends, gut 35 Gäste und Mitglieder im Namen des Vereins „Chiemgau-Autoren e.V.“ begrüßen. Als besonderes Ereignis, feierten die Anwesenden die Veröffentlichung der ersten Anthologie, die der Verein „Chiemgau-Autoren e.V.“ im November 2019 herausgegeben hat. Es handelt sich um eine Sammlung von Geschichten und Gedichten mit dem Titel „Trotz. Kollaps. Schreiben.“, an der 19 Autorinnen und Autoren im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage 2018 mitgeschrieben haben. Das erste Exemplar überreichte die Vereinsvorsitzende, Meike K.-Fehrmann, darum Christian Hußmann vom Traunsteiner Landratsamt als Dankeschön für seine Unterstützung des Projektes. Weiterhin konnten zwei Chiemgau Autorinnen in den letzten Wochen literarische Erfolge vorweisen: Armena Kühne-Enzinger hat es unter 470 deutschlandweiten Einsendungen mit ihrer Geschichte „Glockengasse 13“ unter die ersten acht des dieses Jahr erstmalig ausgeschriebenen Literaturwettbewerbs „Grassauer Deichelbohrer“ geschafft. Die Autorin und Volkskundlerin Ingeborg Schmid gewann mit der in kerniger Ötztaler Mundart geschriebenen Geschichte „Wenne hot augekleart augeheart?“ (Wann hat aufgeklärt aufgehört) den 3. Preis des österreichischen Franz-Stelzhamer Wettbewerbs. Diese sprachlich fein ziselierte Geschichte über Sammelleidenschaft widmet sich dem Problem, die Fülle des liebevoll Gehorteten gebührend aufzubewahren.

Bei den anschließenden Lesungen, begeisterte Karl-Heinz Austermayer, der in bayerischer Mundart passend zur Jahreszeit die Gedichte Herbstspaziergang, Föhn im Chiemgau, Saunaspaß, s`Kripperl unterm Herrgottswinkel, sowie eine Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive des Stalls vortrug, das Publikum. Zwei weitere Autoren wurden unter den lesewilligen Gästen ausgelost. Das erste Los traf Max Rubin. Er las aus seiner Autobiografie „Abenteuer“ die Geschichte einer Urlaubsreise in den neunziger Jahren, die von der Schweiz über Ungarn in die Ukraine führte, in der er zusammen mit seiner Frau Inge und deren Freundin Frieda allerlei skurrile Situationen meistern musste. Das zweite Los ging an Gabriele Brunner-Huber. Sie las aus ihrem Buch „Stabil im Leben“ über ihre Arbeit als Physiotherapeutin mit verhaltensauffälligen Jugendlichen. Eine Weihnachtsgeschichte, eine launige Abenteuergeschichte gefolgt von einer Erzählung über muskuläre Zwiegespräche die heilend wirken: Abwechslungsreicher kann ein Literaturtreffen nicht sein.
Im Anschluss wurden Vereinsthemen wie die Kulturtage 2020, an denen sich der Verein „Chiemgau-Autoren e.V.“ mit einem spannenden Projekt zum Thema „Frieden“ beteiligen wird, diskutiert. Das nächste Literaturtreffen findet am 27. Januar 2020 im Studio16 statt.

Gruppenfoto