„Sweet (and salty) home Alabama“

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Es gibt manchmal Geschichten, die einen über Jahrzehnte begleiten. Als ich 1994/95 in den USA war, habe ich im Fach „American History“ von Rosa Parks erfahren. Die Afroamerikanerin wollte in den 60er Jahren ihren Sitzplatz im Bus nicht für einen weißen Mann räumen. Sie wurde verhaftet und löste damit den Busboykott aus, der der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King Aufschwung gab. Lange schon wollte ich über diese mutige Frau eine Geschichte schreiben und habe dies für die Veranstaltung „Das Salz in der Suppe – sind wir“ getan. Beim Schreiben und auch bei der Lesung, hat mich die Geschichte wieder sehr berührt. Letztlich sind es manchmal die ganz kleinen Taten im Alltag, die viel auslösen, ohne dass große Worte nötig wären. Mir ist in diesem Zusammenhang aber auch noch eine andere Situation ins Gedächtnis gekommen. Als ich in den USA war, kam 1995 der Film „Panther“ in die Kinos über die Black Panther Bewegung und Malcolm X. Ich weiß noch, wie ich mit einem anderen deutschen Austauschschüler im Auto vor dem Kino saß und wir uns nicht getraut haben auszusteigen, weil wir weit und breit die einzigen Weißen waren. Heute denke ich, vielleicht wäre es damals gut gewesen, einfach auszusteigen und sich ganz selbstverständlich in das Kino zu setzten und den Film anzuschauen. Ich hatte zu große Angst.