Kakerlaken Schach – Lesung auf Burg Tittmoning am 19.04.2018 – herzliche Einladung!

Lesungen auf Burg Tittmoning mit Bücherparkett:
Zum Auftakt der Ausstellungssaison in der Tittmoninger Burg verlegt die Burghauser Schauspielerin und Objektkünstlerin Lotte Llacht im April im Audienzsaal des Fürstenstocks ein Bücherparkett. Mit einer solchen Rauminstallation, die zerstörungsfrei hergestellt ist und ausdrücklich betreten werden darf, hat die Künstlerin bereits 2012 auf der Hamburger LiteraturAltonale in einer Shoppingmall, 2013 im Rahmen der Literatur live in Burghausen sowie im vergangenen Dezember in den „Kunsträumen“ in München Aufmerksamkeit erregt. Denn: Einen Boden aus Büchern zu betreten, kostet Überwindung und bringt Diskussionen über den Wert alter Bücher. Der kreative Umgang mit dem Wertstoff Buch als „Trauerarbeit am Wertverlust der Literatur“ und fantasievolles Upcycling steht seit Jahren im Zentrum von Lotte Llachts künstlerischer Arbeit.
Dabei lädt sie das Publikum ein, seine eigenen Erfahrungen mit den solcherart ungewöhnlich verwendeten Büchern zu machen. „Wer sich in das horizontale Bücherregal begibt, spürt die Verbesserung des Raumklimas und findet sich über kurz oder lang lesend, liegend oder auf einem ergonomischen Buchstuhl sitzend, im Parkett wieder“, so Llacht. Die Besucher sollen nicht nur das Parkett betreten und darauf Platz nehmen, sondern dürfen gerne auch Bücher aus dem Parkett entnehmen und darin lesen.

Die Ausstellung wird am Freitag, dem 6. April, eröffnet und ist bis 22. April zu sehen. Sie ist täglich außer Montag und Dienstag von 13 bis 17 Uhr geöffnet und auch während des Colloredo-Marktes (21./22. April) zugänglich. Eine Lese-Ecke im Stil des „armen Poeten“ von Carl Spitzweg wird abends zur Bühne. Dann kommen Autorinnen und Autoren aus der Umgebung und lesen Krimis, Kurzgeschichten und Gedichte.

Am Donnerstag, 19.04.2018 um 19 Uhr liest Meike K.-Fehrmann aus ihrem Thriller „Kakerlaken Schach“.

Aus dem Inhalt:
An einem neblig kalten Novembertag irrt ein von Folterspuren gezeichneter Mann desorientiert durch einen Wald im Taunus. Wer ihm diese Qualen zufügte und wie er in die feuchte Gruft im Wald kam, in der er sich plötzlich wiederfand und die vermutlich sein Grab werden sollte, weiß der junge Argentinier nicht – sein Gedächtnis weist Lücken auf. – In die repräsentative Villa eines Arztes am Stadtrand wird eingebrochen. Der Dieb wird entdeckt und nimmt den Zeugen seiner Tat als Geisel, um eine spätere Identifizierung zu verhindern. – Im Reihenhaus einer Siedlung betreibt der menschenscheue Patrick ein bizarres Hobby. Der Halbwüchsige züchtet Kakerlaken. Seine eigentliche Passion ist jedoch das Schachspiel: Doch genau wie im realen Leben wagt er auf dem Schachbrett immer nur vorsichtige Züge. Schließlich wird sein Spiel riskanter – und die Partie gerät zu einem Match auf Leben und Tod…
In ihrem fesselnden neuen Thriller vereinigt Meike K.-Fehrmann drei scheinbar unabhängige Handlungsstränge zu einer überzeugenden Story um Erpressung, Wirtschafts- und Internetkriminalität. Wie im Schach gibt es in dieser Partie eine unkalkulierbare schwarze Dame, einen eiskalten schwarzen König und Bauernopfer. Die Frage, wer das böse Spiel gewinnt, bleibt spannend bis zum großen Finale – am Ende sind einige der Figuren schachmatt…

Meike K Fehrmann_Kakerlaken Schach

Junge Straftäter: Bücher lesen statt Sozialstunden

Aus dem Traunsteiner Tagblatt:

Neue Wege in der Jugendgerichtshilfe – Das erste Leseprojekt ist erfolgreich gestartet

Junge Straftäter: Bücher lesen statt Sozialstunden

Traunstein – Lesen ist eine Kernkompetenz, und auch in der Jugendgerichtsbarkeit gibt es viele Fälle, in denen das Lesen eines Buches als sinnvolle Alternative zum Ableisten von Sozialstunden gesehen wird.

Durch die Auseinandersetzung mit einem Buch, so die Idee, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigene Straftat zu reflektieren und Lösungsstrategien zu erarbeiten. Zudem hat das Lesen an sich positive Auswirkungen auf Sprach- und Ausdrucksfähigkeit. Die Mitarbeiterinnen der Jugendgerichtshilfe im Landratsamt Traunstein haben sich dafür eingesetzt, die sogenannte „Leseweisung“ auch in Traunstein einzuführen. Unterstützung erhielten sie dabei von der Jugendrichterin Sandra Sauer vom Amtsgericht Traunstein. So startete das erste Leseprojekt mit sechs straffälligen Jugendlichen und Heranwachsenden im Januar.

Als Dozenten wurden Bernhard Straßer und Meike K.-Fehrmann gewonnen. Beide sind literaturerfahrene Mitglieder der Chiemgau-Autoren e.V. und haben zudem Erfahrung in der Jugendarbeit. Straßer ist hauptberuflich Berufsberater bei der Agentur für Arbeit und Fehrmann ist als Pädagogin bei Crenatur tätig.

An drei Terminen begleiteten die beiden den Lesefortschritt der Jugendlichen. Als Lektüre wurde Bov Bjergs Roman „Auerhaus“ ausgewählt. Ein noch junges Buch, das von Publikum und Kritikern gleichermaßen gelobt wurde, gleichzeitig leicht, aber auch literarisch zu lesen ist. Das Buch behandelt Themen wie Diebstahl, Drogen, Suizid aber auch Freundschaft und Lebensmut. Trotz der ernsten Themen ist es sehr humorvoll und gleichzeitig realistisch geschrieben. Ein besonderes Highlight war für alle Beteiligten, dass sich in der Organisationsphase der Autor Bov Bjerg meldete. Er hatte von dem Projekt gehört und schickte spontan Leseexemplare für die Jugendlichen. Während der drei Wochen, die das Leseprojekt dauerte, erfuhren die Jugendlichen auch eine Einführung in das Thema „Zwischen den Zeilen lesen“, und es wurde über gemeinsam gelesene Kapitel diskutiert. Am Ende konnten vier der Jugendlichen den Nachweis erbringen, das Buch gelesen zu haben. Sie bastelten gemeinsam eine Collage zum Thema „Auerhaus“. Ein Jugendlicher fiel aufgrund Erkrankung aus, er wird seine Leseweisung per Aufsatz abschließen. Leider gab es auch einen Jugendlichen der sich der Leseweisung entzog. Natürlich hat das Verweigern der Leseweisung ebenso wie das Nicht- Lesen des Buches für die verurteilten Jugendlichen Konsequenzen: In diesen Fällen wird die Jugendrichterin über die Möglichkeit eines Jugendarrests entscheiden.

Die Jugendlichen, die das Leseprojekt erfolgreich abgeschlossen hatten, waren zufrieden. Sie hatten ein gutes Buch gelesen und viel über das Lesen und literarische Lesen erfahren. Auch von Seiten einiger Eltern kamen bereits positive Rückmeldungen. Ob das Lesen den Jugendlichen geholfen hat, über die eigene Straftat nachzudenken, wird sich zeigen. Bernhard Straßer und Meike K.-Fehrmann zeigten sich jedenfalls zufrieden über die Gruppe: Es waren interessierte junge Menschen, die spannende Aspekte in die Diskussion einbrachten.

Beide haben sich bereits bereit erklärt, auch zukünftige Einheiten des Leseprojekts zu begleiten.

Pressemitteilung des Landratsamtes Traunstein:

https://www.traunsteiner-tagblatt.de/startseite_artikel,-junge-straftaeter-buecher-lesen-statt-sozialstunden-_arid,388791.html

[Neuzugang] Frieda: Ein Demenz-Krimi von Meike K.-Fehrmann

Buchherz

Hallo ihr Lieben,

ich darf euch einen wundervoll skurrilen Neuzugang in meinem Bücherregal präsentieren. Ich bin schon gespannt, wie die demenzkranke Frieda zusammen mit dem Kommissar ein rätselhaftes Verbrechen löst. Die beiden sind auf jeden Fall ein ungewöhnliches Team, aber lest selbst den Klappentext. Und zum Schluss noch einmal vielen lieben Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

Ursprünglichen Post anzeigen 158 weitere Wörter

Leseweisung: Drei Wochen mit straffälligen Jugendlichen / Auerhaus von Bov Bjerg

Mit Bernhard

Drei Wochen mit straffälligen Jugendlichen im Auerhaus

(Text: Bernhard Strasser)

„Leseweisung nennt man es, wenn jugendliche Straftäter dazu verdonnert werden, ein Buch zu lesen statt Sozialstunden zu leisten. „Die werden nie wieder etwas anstellen, wenn sie zur Strafe lesen müssen“, kommentierte Ronja von Rönne unser Projekt. Ob sie recht behalten würde? Jedenfalls starteten wir mit sechs Jugendlichen die aufgrund Delikten von Körperverletzung bis hin zu  Drogenkonsum dazu verurteilt wurden, mit uns ein Buch zu lesen. Zusammen mit meiner Autorenkollegin Meike K. Fehrmann planten wir drei Wochen Lektüre des wunderbaren Romans Auerhaus von Bov Bjerg. Der Berliner Autor bekam übrigens Wind von der Sache und machte seinem Ruf, einer der nettesten Autoren auf dem Erdball zu sein, alle Ehre: Kurzerhand schickte er uns eine Kiste mit Leseexemplaren vom Auerhaus.

Um das Leseprojekt ein wenig spannender zu gestalten, verteilten wir die Rollen der Auerhaus Helden auf die Teilnehmer: Frieder, Höppner, Vera, Pauline, Harry, Cäcilia – jeder der Jugendlichen übernahm die Patenschaft einer der Romanfiguren und achtete speziell darauf, was sich diese für Konflikte mit dem Gesetz leistete.

Gemeinsam wurde darüber diskutiert, wie die Handlungen der Auerhaus-Helden bei den Lesenden rüber kamen und welche Konsequenzen daraus entstanden.

Heiss diskutiert wurde die Silvesterparty auf der Vera, obwohl sie mit Höppner zusammen war, mit dessen Kumpel Harry schlief. Jeder der jungen Teilnehmer/innen war sich in diesem Fall in seiner Empörung einig.

Schwierig war es, bei den vielen Delikten, die im Auerhaus begangen wurden, die Schwere der Vergehen und die Grenze zwischen Lausbubenstreich und Verbrechen festzustellen. Wobei stets klar war, dass das Handeln im Auerhaus Konsequenzen nach sich zog. Eine Erfahrung, die logischerweise jeder der verurteilten Jugendlichen selbst bereits gemacht hatte.

Überrascht waren wir vom hohen Leseniveau der Gruppe. Da gab es den Teilnehmer der hervorragend vorlesen konnte und stolz erzählte, dass er als Schüler Vorlesewettbewerbe gewonnen hatte. Es gab den Teilnehmer, der begeistert die Texte interpretierte und von sich erzählte, dass er am liebsten Camus und Sartre liest. Und alle gemeinsam brachten sich in interessante Diskussionen ein.

Nach drei Wochen Lesezeit blieben 4 Teilnehmer übrig, die nachweisen konnten, das Buch komplett gelesen zu haben. Einer der Teilnehmer wird das Versäumte in einem Aufsatz nachholen. Ein einziger war aus dem Auerhaus getürmt. Er tauchte nach dem ersten Treffen nicht mehr auf. Vermutlich zieht er, ähnlich wie es Frau von Rönne prophezeit hat, Jugendarrest dem Lesen eines Buches vor.

Die anderen gaben am Ende der Leseweisung an, dass sie eine durchaus positive Erfahrung mit dem Lesen des Buches gemacht hätten. Nur eines hat den einen und anderen bei der Lektüre völlig aus der Bahn geworfen: Achtung, Spoileralarm!

Dass Frieder nach zweihundert Seiten toller Zeit im Auerhaus trotzdem seinen Suizidversuch zu Ende bringt, war für die Lesenden ein Schockerlebnis. Sie waren sich zwar im Klaren, dass es ein realistisches Ende war. Trotzdem hatten sie sich gewünscht, dass zumindest Frieder am Leben bleibt, wenn es schon für die meisten Bewohner des Auerhauses kein Happy End gab.

Ob es für die Jugendlichen selbst ein Happy End gibt, wird sich die kommenden Jahre zeigen….  Wir sind jedenfalls gespannt, ob sie jemals wieder ein Buch zur Hand nehmen.“

Hier geht´s zum Lesenszeichen-Blog von Bernhard Strasser

Foto: Bernhard Strasser und Meike K.-Fehrmann vor der Abschluss-Collage.

Collage

Wenn Bücher Straffällige zum Nachdenken bringen sollen

Leseweisungen – so lautet die offizielle Bezeichnung, wenn jugendliche Straftäter, begleitet von einer Sozialpädagogin, ein Buch lesen müssen, um sich mit ihren Taten auseinanderzusetzen. „Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zum Denken zu verleiten“ wusste schon die 1830 geborene Dramatikerin und Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach, die mit ihren Büchern gegen die vorherrschenden Gedanken ihrer Zeit anzukämpfen versuchte, um den Humanismus voranzutreiben. In Dachau hat sich die Leseweisung bereits seit einigen Jahren bewährt. Leseweisungen in Dachau / Die Süddeutsche

Ob sie sich auch in Traunstein etablieren wird, darüber werde ich euch schon bald berichten. Es wird spannend! 😉

Ebner-Eschenbach

(Marie Ebner-Eschenbach, Foto: creative commons Wikimedia.org)

Was funkelt in der Vitrine…?

In der Stadtbücherei Traunstein sind derzeit einige Bücher von Chiemgau-Autoren und Autorinnen unseres Vereins „Chiemgau-Autoren e.V.“ ausgestellt. Ob Mundart oder Krimi, Historischer Roman oder Sachbuch, die Vitrine im Vorraum bietet einen kleinen Einblick in die Bandbreite der Veröffentlichungen unserer Mitglieder.

Herzlichen Dank an Frau Hagenau, der Leiterin der Stadtbücherei, für die Möglichkeit der Präsentation! In den nächsten 2-3 Wochen sind die Bücher dort noch zu sehen. Also kommt vorbei und staunt! 😉

Frau Hagenau_Frau Fehrmann_3 (2)

Foto: Anette Hagenau, Leiterin der Stadtbücherei Traunstein und Meike K.-Fehrmann, Vorsitzende des Vereins „Chiemgau-Autoren e.V.“ im Foyer der Bücherei