[Neuzugang] Frieda: Ein Demenz-Krimi von Meike K.-Fehrmann

Buchherz

Hallo ihr Lieben,

ich darf euch einen wundervoll skurrilen Neuzugang in meinem Bücherregal präsentieren. Ich bin schon gespannt, wie die demenzkranke Frieda zusammen mit dem Kommissar ein rätselhaftes Verbrechen löst. Die beiden sind auf jeden Fall ein ungewöhnliches Team, aber lest selbst den Klappentext. Und zum Schluss noch einmal vielen lieben Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

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Leseweisung: Drei Wochen mit straffälligen Jugendlichen / Auerhaus von Bov Bjerg

Mit Bernhard

Drei Wochen mit straffälligen Jugendlichen im Auerhaus

(Text: Bernhard Strasser)

„Leseweisung nennt man es, wenn jugendliche Straftäter dazu verdonnert werden, ein Buch zu lesen statt Sozialstunden zu leisten. „Die werden nie wieder etwas anstellen, wenn sie zur Strafe lesen müssen“, kommentierte Ronja von Rönne unser Projekt. Ob sie recht behalten würde? Jedenfalls starteten wir mit sechs Jugendlichen die aufgrund Delikten von Körperverletzung bis hin zu  Drogenkonsum dazu verurteilt wurden, mit uns ein Buch zu lesen. Zusammen mit meiner Autorenkollegin Meike K. Fehrmann planten wir drei Wochen Lektüre des wunderbaren Romans Auerhaus von Bov Bjerg. Der Berliner Autor bekam übrigens Wind von der Sache und machte seinem Ruf, einer der nettesten Autoren auf dem Erdball zu sein, alle Ehre: Kurzerhand schickte er uns eine Kiste mit Leseexemplaren vom Auerhaus.

Um das Leseprojekt ein wenig spannender zu gestalten, verteilten wir die Rollen der Auerhaus Helden auf die Teilnehmer: Frieder, Höppner, Vera, Pauline, Harry, Cäcilia – jeder der Jugendlichen übernahm die Patenschaft einer der Romanfiguren und achtete speziell darauf, was sich diese für Konflikte mit dem Gesetz leistete.

Gemeinsam wurde darüber diskutiert, wie die Handlungen der Auerhaus-Helden bei den Lesenden rüber kamen und welche Konsequenzen daraus entstanden.

Heiss diskutiert wurde die Silvesterparty auf der Vera, obwohl sie mit Höppner zusammen war, mit dessen Kumpel Harry schlief. Jeder der jungen Teilnehmer/innen war sich in diesem Fall in seiner Empörung einig.

Schwierig war es, bei den vielen Delikten, die im Auerhaus begangen wurden, die Schwere der Vergehen und die Grenze zwischen Lausbubenstreich und Verbrechen festzustellen. Wobei stets klar war, dass das Handeln im Auerhaus Konsequenzen nach sich zog. Eine Erfahrung, die logischerweise jeder der verurteilten Jugendlichen selbst bereits gemacht hatte.

Überrascht waren wir vom hohen Leseniveau der Gruppe. Da gab es den Teilnehmer der hervorragend vorlesen konnte und stolz erzählte, dass er als Schüler Vorlesewettbewerbe gewonnen hatte. Es gab den Teilnehmer, der begeistert die Texte interpretierte und von sich erzählte, dass er am liebsten Camus und Sartre liest. Und alle gemeinsam brachten sich in interessante Diskussionen ein.

Nach drei Wochen Lesezeit blieben 4 Teilnehmer übrig, die nachweisen konnten, das Buch komplett gelesen zu haben. Einer der Teilnehmer wird das Versäumte in einem Aufsatz nachholen. Ein einziger war aus dem Auerhaus getürmt. Er tauchte nach dem ersten Treffen nicht mehr auf. Vermutlich zieht er, ähnlich wie es Frau von Rönne prophezeit hat, Jugendarrest dem Lesen eines Buches vor.

Die anderen gaben am Ende der Leseweisung an, dass sie eine durchaus positive Erfahrung mit dem Lesen des Buches gemacht hätten. Nur eines hat den einen und anderen bei der Lektüre völlig aus der Bahn geworfen: Achtung, Spoileralarm!

Dass Frieder nach zweihundert Seiten toller Zeit im Auerhaus trotzdem seinen Suizidversuch zu Ende bringt, war für die Lesenden ein Schockerlebnis. Sie waren sich zwar im Klaren, dass es ein realistisches Ende war. Trotzdem hatten sie sich gewünscht, dass zumindest Frieder am Leben bleibt, wenn es schon für die meisten Bewohner des Auerhauses kein Happy End gab.

Ob es für die Jugendlichen selbst ein Happy End gibt, wird sich die kommenden Jahre zeigen….  Wir sind jedenfalls gespannt, ob sie jemals wieder ein Buch zur Hand nehmen.“

Hier geht´s zum Lesenszeichen-Blog von Bernhard Strasser

Foto: Bernhard Strasser und Meike K.-Fehrmann vor der Abschluss-Collage.

Collage

Wenn Bücher Straffällige zum Nachdenken bringen sollen

Leseweisungen – so lautet die offizielle Bezeichnung, wenn jugendliche Straftäter, begleitet von einer Sozialpädagogin, ein Buch lesen müssen, um sich mit ihren Taten auseinanderzusetzen. „Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zum Denken zu verleiten“ wusste schon die 1830 geborene Dramatikerin und Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach, die mit ihren Büchern gegen die vorherrschenden Gedanken ihrer Zeit anzukämpfen versuchte, um den Humanismus voranzutreiben. In Dachau hat sich die Leseweisung bereits seit einigen Jahren bewährt. Leseweisungen in Dachau / Die Süddeutsche

Ob sie sich auch in Traunstein etablieren wird, darüber werde ich euch schon bald berichten. Es wird spannend! 😉

Ebner-Eschenbach

(Marie Ebner-Eschenbach, Foto: creative commons Wikimedia.org)

Was funkelt in der Vitrine…?

In der Stadtbücherei Traunstein sind derzeit einige Bücher von Chiemgau-Autoren und Autorinnen unseres Vereins „Chiemgau-Autoren e.V.“ ausgestellt. Ob Mundart oder Krimi, Historischer Roman oder Sachbuch, die Vitrine im Vorraum bietet einen kleinen Einblick in die Bandbreite der Veröffentlichungen unserer Mitglieder.

Herzlichen Dank an Frau Hagenau, der Leiterin der Stadtbücherei, für die Möglichkeit der Präsentation! In den nächsten 2-3 Wochen sind die Bücher dort noch zu sehen. Also kommt vorbei und staunt! 😉

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Foto: Anette Hagenau, Leiterin der Stadtbücherei Traunstein und Meike K.-Fehrmann, Vorsitzende des Vereins „Chiemgau-Autoren e.V.“ im Foyer der Bücherei

Wie Literatur entsteht – Von der Schreibwerkstatt auf die Bühne: Nachlese

Vier Tage verbrachte eine Gruppe von Schriftstellern des Vereins der Chiemgau-Autoren in der Abgeschiedenheit der Rabenmoos-Alm bei Ruhpolding. Textarbeit inmitten der Natur, Austausch über die aktuellen Schreibprojekte sowie theoretische Inputs zu speziellen Herausforderungen des literarischen Schaffensprozesses standen auf dem Programm ebenso wie praktische Schreibübungen. Der Linguist Dr. Martin Trautwein referierte über komplexe Gruppenszenen, der Traunsteiner Autor Bernhard Strasser sensibilisierte für das Thema „Symbolik und Metaphorik“, während die Vorsitzende des Vereins Meike K.-Fehrmann Fragen zur „Funktion von Natur in Prosatexten“ mit den Teilnehmenden genauer unter die Lupe nahm. Die Künstlerin Monika Klinkenberg-Weigel war ebenfalls zur Schreibwerkstatt gekommen und fertigte zu den Texten, die bearbeitet wurden, Kollagen an.
Wenige Tage nach der Schreibwerkstatt präsentierten die Autorinnen und Autoren nicht nur ihre Texte auf der Bühne des NUTS – Die Kulturfabrik, sondern gaben dem Publikum auch Einblick in den Schaffensprozess. Wie ist der Text entstanden? Welche Herausforderungen gab es zu meistern? Woher kam die Idee für den Text? Bernhard Strasser las aus „Die Schwingen des Feuers“, Armena Kühne trug ihre Erzählung „Rabe und Schaf“ vor, während Martin Trautwein mit einem Auszug aus seinem historischen Roman „Der schweigende Fels“ begeisterte. Nach der Pause las Meike K.-Fehrmann das Gedicht „Die Kohldistel“ vor. Die Autorin, die ansonsten für ihre Krimis bekannt ist, präsentierte erstmals ein Gedicht, das aus einer Schreibübung direkt auf der Alm entstanden war. Michael Inneberger bot danach einen Auszug aus seinem aktuellen Romanprojekt über die Kindheit des Christopher Kolumbus dar. Zu guter Letzt sorgte Reinhard Hauswirth mit seinen zwei Gedichten in Mundart für viel Vergnügen beim Publikum. Für einen besonderen Augengenuss sorgten die Kollagen von Monika Klinkenberg-Weigel, die per Beamer während der Lesungen gezeigt wurden.
Der Verein der Chiemgau-Autoren bedankt sich sehr herzlich bei „CreNatur – Weiterbildungsinstitut für Naturerlebnis-Pädagogik“ für die sehr gute Zusammenarbeit, sowie bei den Organisatoren der Chiemgauer Kulturtage und für das Sponsoring von Edeka Kaltschmid aus Ruhpolding und der Kreissparkasse Traunstein. Der Termin für die nächste Schreibwerkstatt steht schon fest: Vom 07.-10.06.2018 wird die Rabenmoos-Alm wieder fest in Autorenhand sein. Anmeldungen werden gerne schon jetzt entgegengenommen.

Schreibwerkstatt_2017

Eine buntgemischte Gruppe hatte sich zur Schreibwerkstatt auf der Rabenmoos-Alm eingefunden. Von links: Bernhard und Nicole Strasser mit Kindern, Armena Kühne, Michael Inneberger, Martin Trautwein, Meike K.-Fehrmann und Hund Wasti. Außerdem waren Reinhard Hauswirth und Monika Klinkenberg-Weigel dabei.

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Buchverkaufs-Frust: Wer verdient an meinen Büchern wirklich?

Beim Durchforsten meines BoD-Accounts und der Rechnungen, die ich in den letzten Jahren als Selfpublisher bezahlt habe, kommen mir die Tränen… Ich habe mal versucht, das in einer kleinen Statistik anschaulich zu machen 😦

Geht es euch anderen Selfpublishern anders? Oder muss man so ehrlich sein und zugeben, dass Selfpublishing nichts weiter ist als ein überteuertes Hobby?

Buchfrust_Statistik

Wird in Traunstein genug für die Kultur getan? – Nachklang zur Podiumsdiskussion

Bericht_Traunstein versus Kultur

Tja, wird in Traunstein genug für Kultur getan? Das ist die Frage, die leider auch nach der Diskussionsrunde offen geblieben ist. Denn was ist schon „genug“? Die Definitionen sind sehr unterschiedlich. Was für den Oberbürgermeister „genug“ ist, ist für uns Kulturschaffende eben häufig nicht genug… Und das leidige Thema Ehrenamt…

Ich möchte ja nicht pingelig sein, ABER: In dem Bericht werde ich nicht ganz richtig zitiert. Es heißt da: „Meike K.-Fehrmann, Vorsitzende der Chiemgau-Autoren, betonte, dass in ihrem Verein viel über persönliche Beziehungen laufe (…).“ Das stimmt zwar, aber das kleine Wörtchen „nur“ fehlt. Denn das war genau mein Punkt: In Traunstein läuft so ziemlich ALLES NUR über Beziehungen. Wer Strukturen nutzt, kommt kaum voran. Für mich ist das ein kleiner, aber feiner Unterschied…

Quelle: Trostberger Tagblatt vom 29.07.2017
(im Traunsteiner Tagblatt ist der Artikel auch erschienen, allerdings ohne Foto. Platzsparen ist wohl angesagt, liebe Kulturredaktion. Was das Sparen angeht, liegt ihr im Kulturbereich somit voll im Trend…)

„Wie Jan Wagner zur Lyrik verführt…“

Noch ein kleiner Nachtrag zu unserer Schreibwerkstatt auf der Rabenmoos-Alm von meinem sehr geschätzten Autoren-Kollegen Bernhard Straßer:

„Meike K. Fehrmann räusperte sich, während im Hintergrund die Kuhglocken läuteten und der warme Sommerwind durch die Fichten fuhr. „Nicht zu unterschätzen:“, rezitierte sie mit kräftiger Stimme die Lyrik Jan Wagners, „der Giersch“. Mit jeder neuen Strophe, gewitzt gereimt, wortstark erdichtet, zeichnete Jan Wagner mit Meike Fehrmanns Stimme das Portrait jener Pflanze, die ich – gleich der Kleine Prinz seine Rose – seit Wochen pflegte und umhegte: Der Giersch! Der Tyrannentraum, das Tyrannenunkraut, Nemesis des Deutschen Kleingärtners.“

Den witzigen Blog-Beitrag (und auch noch andere lesenswerte Erzählungen…) von Bernhard Straßer findet ihr hier:

http://lesenszeichen.blogspot.de/2017/08/wie-jan-wagner-zur-lyrik-verfuhrt-und.html

Ich freue mich, dass ich durch Grünzeug inspirieren konnte 😉

Die Teilnehmenden der diesjährigen vier-tägigen Schreibwerkstatt auf der Rabenmoos-Alm bei Ruhpolding:Schreibwerkstatt_2017

Traunstein versus Kultur!? – Nachklang zur Podiumsdiskussion

„Traunstein versus Kultur!?“, lautete der provokante Titel der Podiumsdiskussion, die am 26.07.2017 im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage im Café Festung stattfand. Christian Latzlsperger vom „Verein Vereinsheim Festung“ moderierte die Runde. Eingeladen waren Svetlana Teterja-Pater (Leiterin des Jungen Ensembles Traunstein, vertreten durch Leonie Wagner), Judith Bader (Leiterin der Städtischen Galerie), Fricko Friese, Musiker und Veranstaltungsorganisator der Festung und ich als Vertreterin des Vereins „Chiemgau-Autoren“ und Oberbürgermeister Christian Kegel.

Es ging u.a. darum, was Ehrenamt im kulturellen Bereich leisten kann und wo klare Grenzen sind. Das ist ein Punkt, der mir besonders wichtig war. Ehrenamt kann vieles, aber eben nicht alles. Solange der Stadtrat nicht zustimmt, dass die Stelle im Kulturreferat besetzt wird, können viele Projekte nicht verwirklicht werden. Als Ehrenamtliche fehlt uns an manchen Stellen das Know-How, die Zeit, das Geld und außerdem: Ehrenamt bedeutet für mich Zeit zu schenken. Diese Zeit möchte ich nicht mit Bürokratie und Klinkenputzen verbringen müssen. An wen sollen sich Kulturschaffende in Traunstein wenden, wenn sie Infos über Fördermittel möchten? Wer kann bei der Organisation von größeren Veranstaltungen unterstützen, wenn sich diese kommerziell nicht lohnen (Beispiel: deutschlandweiter Vorlesetag)? Wie kann kontinuierliche Arbeit gewährleistet werden, wenn häufig nur einzelne Projekt gefördert werden? Oberbürgermeister Christian Kegel stellte sich auch den Fragen aus dem Publikum, z.B. dazu warum der Stadtrat der Erarbeitung eines Kulturkonzepts für die Stadt nicht zugestimmt hat. Auch am Umbau der Klosterkirche schieden sich die Geister. Wird der „Kulturtempel“ tatsächlich ein Haus für jedermann und jederfrau? Judith Bader von der Städtischen Galerie hätte lieber über den ideellen Wert von Kultur gesprochen als über Fördergelder und Raumprobleme, die für uns Kulturschaffende ohne Büro und festes Einkommen aber nun mal wichtig sind. Leonie Wagner kam als Vertretung für Svetlana Teterja-Pater und hat vom Jungen Ensemble erzählt. Ich durfte die Arbeit der Chiemgau-Autoren vorstellen, während Fricko die Musikbranche und Subkultur in Traunstein vertrat. Ein richtiges Ergebnis kam bei der Diskussionsrunde nicht raus. Trotzdem bin ich froh, dass ich mich auf die Bühne getraut habe. Viele hatten von den Chiemgau-Autoren noch gar nichts gehört und der Oberbürgermeister hat mir zugesagt, dass wir im neuen Kulturzentrum auch mal Lesungen machen können. Ich würde gerne schreiben: „Es bleibt spannend in der Traunsteiner Kulturszene“, aber von frischem Wind, Hoffnung und Veränderung war wenig zu spüren. Danke an die Mitglieder vom Vereinsheim Festung e.V., die diese Veranstaltung so gut geplant und durchgeführt haben!

Diskussionsrunde_Traunstein versus Kultur_2017