Wie Literatur entsteht – Von der Schreibwerkstatt auf die Bühne: Nachlese

Vier Tage verbrachte eine Gruppe von Schriftstellern des Vereins der Chiemgau-Autoren in der Abgeschiedenheit der Rabenmoos-Alm bei Ruhpolding. Textarbeit inmitten der Natur, Austausch über die aktuellen Schreibprojekte sowie theoretische Inputs zu speziellen Herausforderungen des literarischen Schaffensprozesses standen auf dem Programm ebenso wie praktische Schreibübungen. Der Linguist Dr. Martin Trautwein referierte über komplexe Gruppenszenen, der Traunsteiner Autor Bernhard Strasser sensibilisierte für das Thema „Symbolik und Metaphorik“, während die Vorsitzende des Vereins Meike K.-Fehrmann Fragen zur „Funktion von Natur in Prosatexten“ mit den Teilnehmenden genauer unter die Lupe nahm. Die Künstlerin Monika Klinkenberg-Weigel war ebenfalls zur Schreibwerkstatt gekommen und fertigte zu den Texten, die bearbeitet wurden, Kollagen an.
Wenige Tage nach der Schreibwerkstatt präsentierten die Autorinnen und Autoren nicht nur ihre Texte auf der Bühne des NUTS – Die Kulturfabrik, sondern gaben dem Publikum auch Einblick in den Schaffensprozess. Wie ist der Text entstanden? Welche Herausforderungen gab es zu meistern? Woher kam die Idee für den Text? Bernhard Strasser las aus „Die Schwingen des Feuers“, Armena Kühne trug ihre Erzählung „Rabe und Schaf“ vor, während Martin Trautwein mit einem Auszug aus seinem historischen Roman „Der schweigende Fels“ begeisterte. Nach der Pause las Meike K.-Fehrmann das Gedicht „Die Kohldistel“ vor. Die Autorin, die ansonsten für ihre Krimis bekannt ist, präsentierte erstmals ein Gedicht, das aus einer Schreibübung direkt auf der Alm entstanden war. Michael Inneberger bot danach einen Auszug aus seinem aktuellen Romanprojekt über die Kindheit des Christopher Kolumbus dar. Zu guter Letzt sorgte Reinhard Hauswirth mit seinen zwei Gedichten in Mundart für viel Vergnügen beim Publikum. Für einen besonderen Augengenuss sorgten die Kollagen von Monika Klinkenberg-Weigel, die per Beamer während der Lesungen gezeigt wurden.
Der Verein der Chiemgau-Autoren bedankt sich sehr herzlich bei „CreNatur – Weiterbildungsinstitut für Naturerlebnis-Pädagogik“ für die sehr gute Zusammenarbeit, sowie bei den Organisatoren der Chiemgauer Kulturtage und für das Sponsoring von Edeka Kaltschmid aus Ruhpolding und der Kreissparkasse Traunstein. Der Termin für die nächste Schreibwerkstatt steht schon fest: Vom 07.-10.06.2018 wird die Rabenmoos-Alm wieder fest in Autorenhand sein. Anmeldungen werden gerne schon jetzt entgegengenommen.

Schreibwerkstatt_2017

Eine buntgemischte Gruppe hatte sich zur Schreibwerkstatt auf der Rabenmoos-Alm eingefunden. Von links: Bernhard und Nicole Strasser mit Kindern, Armena Kühne, Michael Inneberger, Martin Trautwein, Meike K.-Fehrmann und Hund Wasti. Außerdem waren Reinhard Hauswirth und Monika Klinkenberg-Weigel dabei.

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Buchverkaufs-Frust: Wer verdient an meinen Büchern wirklich?

Beim Durchforsten meines BoD-Accounts und der Rechnungen, die ich in den letzten Jahren als Selfpublisher bezahlt habe, kommen mir die Tränen… Ich habe mal versucht, das in einer kleinen Statistik anschaulich zu machen 😦

Geht es euch anderen Selfpublishern anders? Oder muss man so ehrlich sein und zugeben, dass Selfpublishing nichts weiter ist als ein überteuertes Hobby?

Buchfrust_Statistik

Wird in Traunstein genug für die Kultur getan? – Nachklang zur Podiumsdiskussion

Bericht_Traunstein versus Kultur

Tja, wird in Traunstein genug für Kultur getan? Das ist die Frage, die leider auch nach der Diskussionsrunde offen geblieben ist. Denn was ist schon „genug“? Die Definitionen sind sehr unterschiedlich. Was für den Oberbürgermeister „genug“ ist, ist für uns Kulturschaffende eben häufig nicht genug… Und das leidige Thema Ehrenamt…

Ich möchte ja nicht pingelig sein, ABER: In dem Bericht werde ich nicht ganz richtig zitiert. Es heißt da: „Meike K.-Fehrmann, Vorsitzende der Chiemgau-Autoren, betonte, dass in ihrem Verein viel über persönliche Beziehungen laufe (…).“ Das stimmt zwar, aber das kleine Wörtchen „nur“ fehlt. Denn das war genau mein Punkt: In Traunstein läuft so ziemlich ALLES NUR über Beziehungen. Wer Strukturen nutzt, kommt kaum voran. Für mich ist das ein kleiner, aber feiner Unterschied…

Quelle: Trostberger Tagblatt vom 29.07.2017
(im Traunsteiner Tagblatt ist der Artikel auch erschienen, allerdings ohne Foto. Platzsparen ist wohl angesagt, liebe Kulturredaktion. Was das Sparen angeht, liegt ihr im Kulturbereich somit voll im Trend…)

„Wie Jan Wagner zur Lyrik verführt…“

Noch ein kleiner Nachtrag zu unserer Schreibwerkstatt auf der Rabenmoos-Alm von meinem sehr geschätzten Autoren-Kollegen Bernhard Straßer:

„Meike K. Fehrmann räusperte sich, während im Hintergrund die Kuhglocken läuteten und der warme Sommerwind durch die Fichten fuhr. „Nicht zu unterschätzen:“, rezitierte sie mit kräftiger Stimme die Lyrik Jan Wagners, „der Giersch“. Mit jeder neuen Strophe, gewitzt gereimt, wortstark erdichtet, zeichnete Jan Wagner mit Meike Fehrmanns Stimme das Portrait jener Pflanze, die ich – gleich der Kleine Prinz seine Rose – seit Wochen pflegte und umhegte: Der Giersch! Der Tyrannentraum, das Tyrannenunkraut, Nemesis des Deutschen Kleingärtners.“

Den witzigen Blog-Beitrag (und auch noch andere lesenswerte Erzählungen…) von Bernhard Straßer findet ihr hier:

http://lesenszeichen.blogspot.de/2017/08/wie-jan-wagner-zur-lyrik-verfuhrt-und.html

Ich freue mich, dass ich durch Grünzeug inspirieren konnte 😉

Die Teilnehmenden der diesjährigen vier-tägigen Schreibwerkstatt auf der Rabenmoos-Alm bei Ruhpolding:Schreibwerkstatt_2017

Traunstein versus Kultur!? – Nachklang zur Podiumsdiskussion

„Traunstein versus Kultur!?“, lautete der provokante Titel der Podiumsdiskussion, die am 26.07.2017 im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage im Café Festung stattfand. Christian Latzlsperger vom „Verein Vereinsheim Festung“ moderierte die Runde. Eingeladen waren Svetlana Teterja-Pater (Leiterin des Jungen Ensembles Traunstein, vertreten durch Leonie Wagner), Judith Bader (Leiterin der Städtischen Galerie), Fricko Friese, Musiker und Veranstaltungsorganisator der Festung und ich als Vertreterin des Vereins „Chiemgau-Autoren“ und Oberbürgermeister Christian Kegel.

Es ging u.a. darum, was Ehrenamt im kulturellen Bereich leisten kann und wo klare Grenzen sind. Das ist ein Punkt, der mir besonders wichtig war. Ehrenamt kann vieles, aber eben nicht alles. Solange der Stadtrat nicht zustimmt, dass die Stelle im Kulturreferat besetzt wird, können viele Projekte nicht verwirklicht werden. Als Ehrenamtliche fehlt uns an manchen Stellen das Know-How, die Zeit, das Geld und außerdem: Ehrenamt bedeutet für mich Zeit zu schenken. Diese Zeit möchte ich nicht mit Bürokratie und Klinkenputzen verbringen müssen. An wen sollen sich Kulturschaffende in Traunstein wenden, wenn sie Infos über Fördermittel möchten? Wer kann bei der Organisation von größeren Veranstaltungen unterstützen, wenn sich diese kommerziell nicht lohnen (Beispiel: deutschlandweiter Vorlesetag)? Wie kann kontinuierliche Arbeit gewährleistet werden, wenn häufig nur einzelne Projekt gefördert werden? Oberbürgermeister Christian Kegel stellte sich auch den Fragen aus dem Publikum, z.B. dazu warum der Stadtrat der Erarbeitung eines Kulturkonzepts für die Stadt nicht zugestimmt hat. Auch am Umbau der Klosterkirche schieden sich die Geister. Wird der „Kulturtempel“ tatsächlich ein Haus für jedermann und jederfrau? Judith Bader von der Städtischen Galerie hätte lieber über den ideellen Wert von Kultur gesprochen als über Fördergelder und Raumprobleme, die für uns Kulturschaffende ohne Büro und festes Einkommen aber nun mal wichtig sind. Leonie Wagner kam als Vertretung für Svetlana Teterja-Pater und hat vom Jungen Ensemble erzählt. Ich durfte die Arbeit der Chiemgau-Autoren vorstellen, während Fricko die Musikbranche und Subkultur in Traunstein vertrat. Ein richtiges Ergebnis kam bei der Diskussionsrunde nicht raus. Trotzdem bin ich froh, dass ich mich auf die Bühne getraut habe. Viele hatten von den Chiemgau-Autoren noch gar nichts gehört und der Oberbürgermeister hat mir zugesagt, dass wir im neuen Kulturzentrum auch mal Lesungen machen können. Ich würde gerne schreiben: „Es bleibt spannend in der Traunsteiner Kulturszene“, aber von frischem Wind, Hoffnung und Veränderung war wenig zu spüren. Danke an die Mitglieder vom Vereinsheim Festung e.V., die diese Veranstaltung so gut geplant und durchgeführt haben!

Diskussionsrunde_Traunstein versus Kultur_2017

Was ich von „Schwanz und Sperma!“ lerne…

Liebe Leute!

Herzlichen Dank an alle, die sich unfreiwillig an meiner kleinen statistischen Erhebung zu Schlagwörtern in Überschriften beteiligt haben. Ich möchte euch die Auswertung nicht vorenthalten.

Schon vier Stunden nach Veröffentlichung des Beitrags hatte mein Blog, der ansonsten doch recht wenig besucht wird, über 96 Klicks erhalten. Die meisten entfielen auf „Schwanz und Sperma!“:

Statistik_Schwanz3

Einige andere Beiträge wurden dann auch noch angeklickt, vermutlich auf der Suche nach der Erzählung mit dem „Blowjob“ 😉

Alles in allem ist dieses Experiment doch etwas frustrierend für mich. „Sex sells“ ist natürlich keine Neuigkeit, dennoch würde ich mich über „literature sells“ mehr freuen. Wozu sich Mühe machen und tolle Beiträge schreiben?

Immerhin lerne ich aus diesem Experiment eines: Die Überschriften sind wichtiger als der Inhalt, wenn man Traffic auf seiner Seite will. Es lebe die Oberflächlichkeit! – Schade eigentlich!